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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Wikipedia – trotzdem!«
Dieser Kommentar wurde am 18.12.2017 um 10.43 Uhr verfaßt.

Sonderbar sind diese Einträge:

https://de.wikipedia.org/wiki/Faradays_Kerze

und dort verlinkt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Lehrkunst

Wahrscheinlich beide von Hans Christoph Berg verfaßt.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 18.12.2017 um 10.40 Uhr verfaßt.

Ziemlich leer klingt auch, was die Zeitungen heute als neueste Erkenntnis verkünden: "daß die Hälfte der Gefährder vermutlich nicht so gefährlich ist wie gedacht." Das ist zwar nicht geradezu unlogisch, aber es setzt voraus, daß wir (oder wer?) eine bestimmte Meinung darüber hatten, wie gefährlich die Gefährder sind, und daß diese Meinung jetzt korrigiert würde.

Übrigens: In einem Hamburger Bahnhof scheint ein „Polenböller“ explodiert zu sein. Näheres weiß man noch nicht, aber Leser bedanken sich schon mal bei Merkel für die Zehntausende von Gefährdern, die sie ins Land geholt hat. Viele Leute sind „geladen“ wie Polenböller, aber leichter entzündlich. Den ganzen Tag explodieren sie.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 18.12.2017 um 10.35 Uhr verfaßt.

Vorgeschwebt hat wohl so etwas:

... ob/daß sie diesen oder jenen Inhalt übertragen – oder auch nicht.


Manfred Riemer zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 18.12.2017 um 10.21 Uhr verfaßt.

Internetprovider sollen nun „Informationsdienste“ sein, vergleichbar mit Nachrichtenportalen oder Fernsehsendern, die frei entscheiden können, welche Inhalte sie in welcher Qualität übertragen – oder auch nicht.

Eigentlich weiß man gar nicht, worauf sich die Negation bezieht:

- oder die Internetprovider sollen nicht "Informationsdienste" sein, vergleichbar ...
- oder die "Informationsdienste" sind nicht vergleichbar mit Nachrichtenportalen oder Fernsehsendern, die ...
- oder sie können nicht frei entscheiden, welche Inhalte sie in welcher Qualität übertragen
- oder welche Inhalte sie in welcher Qualität nicht übertragen

Welche dieser vier Möglichkeiten wäre nun unlogisch?
Ich finde keine davon unlogisch, sondern die Gesamtaussage unklar.



Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 18.12.2017 um 07.46 Uhr verfaßt.

Internetprovider sollen nun „Informationsdienste“ sein, vergleichbar mit Nachrichtenportalen oder Fernsehsendern, die frei entscheiden können, welche Inhalte sie in welcher Qualität übertragen – oder auch nicht. (FAS 17.12.17)

Warum ist das unlogisch?

Der indirekte Fragesatz (welche...) ist eine verkappte Alternativfrage: ob ... oder ob ... oder ob. Im Vordersatz ist keine dieser Optionen als Behauptung ausgesprochen, gegen die sich eine Negation wenden könnte. Darum ist die Fortsetzung mit oder auch nicht gegestandslos. Im Grunde eine Konstruktionsmischung (Anakoluth).



Theodor Ickler zu »Die Tyrannei des Vermeintlichen«
Dieser Kommentar wurde am 18.12.2017 um 06.05 Uhr verfaßt.

An einer oft erzählten Anekdote über Carl Rowan kann man sehen, wie solche Geschichten stilisiert werden:

An apocryphal story about Carl Thomas Rowan, the Negro former newspaperman who is elated to become director of the United States Information Agency, goes like this: Soon after Rowan and his wife and three children moved to Washington in 1961, they bought an old, rambling house with a big front lawn in a recently integrated neighborhood. Rowan was out mowing the lawn one Saturday, in Bermuda shorts and a T-shirt, when a white man drove up to the curb and called out: "Hey, boy, how much you get for cutting the grass?" Rowan, sweating and grinning, stopped his power mower, walked to the car window and retorted: "The lady of the house lets me live with her."

Aber die Sache wird natürlich viel schärfer, wenn eine "Dame" vorfährt:

In the time, there was a story about Carl Rowan folks loved to tell. He was mowing the lawn in front of his house. A car, driven by a white woman, stopped and she called to him. "I see you do lawns."
He averred that he did.
"How much do you charge?" she asked.
"Nothing," dead-panned the columnist, "but I do get to sleep with the woman of the house."


Eine deutsche Fassung verdirbt es durch Geschwätzigkeit und nachlässige Wortwahl:

Im Jahr 1964, unter dem heute wenig geschätzten Präsidenten Lyndon Johnson, wurde Carl Rowan zum Chef der United States Information Agency ernannt; er war der erste Schwarze, der eine große Bundesbehörde leitete. An einem Samstag stand er in Jeans und T-Shirt draußen vor seinem Haus in Washington und mähte den Rasen. Eine Dame kam vorbei und fragte ihn, ob er Zeit und Lust habe, auch bei ihr im Garten zu arbeiten. Er sagte nicht nein, und die Dame, um Fairness und ein gutes Geschäft zugleich bemüht, fragte ihn, was er denn in diesem Haus als Lohn bekomme. Rowan zeigte sich beneidenswert schlagfertig: „Ich schlafe mit der Hausfrau.”


Theodor Ickler zu »Frei nach Schnauze«
Dieser Kommentar wurde am 18.12.2017 um 05.34 Uhr verfaßt.

Duden: die Schneuze „Dochtschere“, zu schnäuzen

???

Den Wikivandalen ist auch etwas entgangen:

Dochte von Talglichtern, die bis Anfang des 19. Jahrhunderts die Mehrzahl der Kerzen darstellten, müssen ständig gekürzt („geschneuzt“) werden. (Wikipedia Docht)


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 18.12.2017 um 05.03 Uhr verfaßt.

Zur Gruppendynamik:
Die fast einstimmige Wahl Markus Söders zum Kandidaten ist so wenig auf Leistung gegründet wie damals die 100%-Wahl von Martin Schulz. Es ist auch bekannt, daß Söder viele Gegner hat, das Ergebnis kann also nicht die wirkliche Meinung der Delegierten abbilden. Bei der offenen Abstimmung konnte jeder sehen, von wem die vier Gegenstimmen und zwei Enthaltungen kamen. Diese sechs können ihre Karriere vergessen. Sonderbar, daß solche Personalentscheidungen nicht geheim getroffen werden. Das gehört in vielen Gremien zur Geschäftsordnung.


Theodor Ickler zu »Fundsache«
Dieser Kommentar wurde am 18.12.2017 um 05.00 Uhr verfaßt.

"Es gibt eine neue Entlastung vom Korrespondenzdruck. Wer die reformierte Orthographie schreibt, sollte nicht auf Antwort hoffen." (Johannes Gross 13.12.1996)

Hübscher Einfall, aber schon im Bewußtsein der Ohnmacht gegen die allgemeine Folgsamkeit.


Erich Virch zu »Abgelenkt«
Dieser Kommentar wurde am 17.12.2017 um 14.08 Uhr verfaßt.

Das ist wohl eher ein Fall aus der Euphemismus-Tretmühle. Die umgangssprachliche Friseuse („10 nackte Friseusen“, Micky Krause) ist jetzt eine seriöse Friseurin, die Sprechstundenhilfe ist jetzt Arzthelferin oder medizinische Fachassistentin, aus Bauern sind Landwirte und Agrarökonome geworden. So hat man schon vielen Berufen Geringschätzung bescheinigt.


Manfred Riemer zu »Abgelenkt«
Dieser Kommentar wurde am 17.12.2017 um 12.03 Uhr verfaßt.

Vielleicht geht auch die Ersetzung von Friseuse durch Friseurin in diese Richtung.


Theodor Ickler zu »Heilige Texte«
Dieser Kommentar wurde am 17.12.2017 um 05.06 Uhr verfaßt.

Die FAS widmet nicht nur ihren Titel der Vaterunser-Diskussion, sondern läßt auf der Meinungsseite auch wieder Eckhard Nordhofen zu Wort kommen. Er meint, man solle bei dieser Gelegenheit auch die Bitte um das "tägliche Brot" revidieren, epiousios = "überwesentlich" usw. – Er wiederholt also einfach, was er an gleicher Stelle schon vor zwei Jahren ausgebreitet hat: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1544#29008


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