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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Lange Nächte«
Dieser Kommentar wurde am 18.10.2019 um 08.06 Uhr verfaßt.

Eine Nürnberger GmbH veranstaltet wieder die "Lange Nacht der Wissenschaften". 4000 Wissenschaftler haben dafür gratis gearbeitet, die Besucher zahlen 15 € Eintritt.


Theodor Ickler zu »Noch Mal«
Dieser Kommentar wurde am 18.10.2019 um 07.59 Uhr verfaßt.

Du kannst doch Mal mitkommen, sagt meine Frau und meint "wenigstens einmal", mit "besonderer Betonung", darum habe ich es groß geschrieben. Solange die besondere Betonung nicht definiert wird, ist das richtig.




Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 18.10.2019 um 06.56 Uhr verfaßt.

Laut FAZ ist der Fall Baberowski/HU „symptomatisch für einen Wissenschaftsbetrieb, der seit der Bologna-Reform, dem rapiden Wachstum des universitären Prekariats und der Überflutung der Lehrstühle mit Projektanträgen zunehmend verkommt.“ (18.10.19)

Das stimmt nicht. Vor 50 Jahren war das schon genau so. Der linke studentische Pöbel hatte praktisch die Macht ergriffen, übte das Niederbrüllen als bevorzugte, auch gänzlich risikolose Kommunikationsweise und konnte unter den wohlwollenden Blicken des Universitätspräsidiums jeden Vorlesungsbetrieb lahmlegen. Auch damals war z. B. in Marburg der ASTA von höchstens acht Prozent der Studentenschaft gewählt wie heute der RefRat in Berlin (an der naturwissenschaftlichen Fakultät lag die Wahlbeteiligung bei zwei bis drei Prozent), aber weil es kein Quorum gab, konnte man die Machtergreifung der „Marxisten-Leninisten“ nicht verhindern. Die Alternative war der RCDS, auch nicht gerade berückend. Hätte man den Status der „Studentenvertretung“ durch höhere Beteiligung quasi legitimieren sollen?
(S. auch http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1575#25809)


Theodor Ickler zu »Im GKS-Dschungel«
Dieser Kommentar wurde am 18.10.2019 um 06.10 Uhr verfaßt.

Duden: seltene Erden (Chemie Oxide der Seltenerdmetalle; unrichtige Bezeichnung für die Seltenerdmetalle selbst)

Wikipedia: Seltene Erden

Amtliches Wörterverzeichnis 2011: selten; seltene Erden § 64 E

Amtliche Regeln 2011:
§ 64 E: In manchen Fachsprachen wird demgegenüber die Kleinschreibung bevorzugt,
zum Beispiel:
eiserne Lunge, grauer Star, seltene Erden

Amtliches Wörterverzeichnis 2017: selten; seltene Erden (Chemie) § 63 E2

Amtliche Regeln 2017:
§ 63: E2: Von der Möglichkeit, großzuschreiben, wird nicht in allen Fachsprachen Gebrauch gemacht. Zu Beispielen mit ausschließlicher Kleinschreibung siehe das Wörterverzeichnis.

§ 64: vacat

Vierter Bericht:

§ 64 E1: In manchen Fachsprachen werden Adjektive, die mit dem Substantiv zusammen
für eine begriffliche Einheit stehen, großgeschrieben, während andere Fachsprachen
die Kleinschreibung bevorzugen, zum Beispiel:
Roter Milan, Gelbe Karte, Goldener Schnitt, Kleine Anfrage; eiserne Lunge, grauer
Star, seltene Erden

-

Meine Kenntnis chemischer Fachtexte ist begrenzt, aber soweit ich sehe, kann von einheitlicher Kleinschreibung nicht die Rede sein.

1996 gab es in der Neuregelung noch keine Erwähnung, aber das Schreibvolk wollte natürlich in diesen und tausend anderen Fällen wissen, was aus den neuen Regeln folgt. Die Ausflucht mit den "Fachsprachen" befriedigt nicht. Wann hört ein Text auf, fachlich zu sein? Von den Seltenen Erden handelt zwar die Chemie, aber sie werden auch in den Medien oft erwähnt. So weiß der Normalbürger zwar nicht viel über die Chemie der Seltenen Erden, aber er weiß, daß China sie hat und wir sie brauchen. Womit wir wieder beim "Gebildeten" wären.


Theodor Ickler zu »Unwort des Jahres«
Dieser Kommentar wurde am 17.10.2019 um 10.45 Uhr verfaßt.

Das alberne "Jugendwort des Jahres" gibt es nicht mehr, nachdem PONS (Klett) die Langenscheidt-Gruppe übernommen und das einschlägige Wörterbuch der Jugendsprache eingestellt hat. Keine Träne.


Theodor Ickler zu »documenta«
Dieser Kommentar wurde am 17.10.2019 um 09.01 Uhr verfaßt.

In einem Tagungsbericht der FAZ (17.10.19) heißt es anklagend, auf der ersten "documenta" 1955 sei nichts von Wols zu sehen gewesen. Das habe ich anders in Erinnerung, und der Wikipedia-Artikel über Wols gibt mir recht. 1955 und 1959 war auch Wols ausgestellt.



Theodor Ickler zu »Ikonostasen«
Dieser Kommentar wurde am 17.10.2019 um 08.07 Uhr verfaßt.

Im Bericht über eine Blumenberg-Tagung wird vom „Wort des Meisters“ gesprochen. Meister ist das scheinbar harmloseste Wort aus der Autoritäten-Synonymik. Es klingt nach Entrücktheit. Man denkt unwillkürlich: „Autos epha“.

Freud wird oft als der Meister der Psychoanalyse bezeichnet. Deren französische Heilige wie Lacan sind natürlich die Meister schlechthin. Ebenso Stefan George (daher „Kreis ohne Meister“). Wittgenstein eignet sich weniger.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 17.10.2019 um 07.54 Uhr verfaßt.

Dazu paßt der Brief, den Trump am 9. Okober an Erdogan geschrieben hat. Wann hat es so etwas schon mal gegeben? Ob Trump sich mit irgendwem im Außenministerium berät? Es sieht nicht so aus. Der Stil ist immer noch "Apprentice"-Show.


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 17.10.2019 um 06.11 Uhr verfaßt.

Peter A. Coclanis regt an, die Bullshit-Produktion Donald Trumps nicht als „Lügen“ aufzufassen (deren man unzwischen 12.000 gezählt hat), sondern als Unterhaltungskunst. Wahrheit sei überhaupt keine Kategorie, die dem Künstler dabei in den Sinn kommt. (https://www.counterpunch.org/2019/10/16/donald-trump-as-artist/)


Theodor Ickler zu »Unterwerfung im Rekordtempo«
Dieser Kommentar wurde am 17.10.2019 um 05.54 Uhr verfaßt.

Ich stoße gerade auf meine Notiz vom Besuch beim SPIEGEL:

Am 18.4.2005 vier Stunden beim SPIEGEL, davon insgesamt drei mit Aust, ganze Montagsbesprechung mit der Redaktion mitgemacht und nach der üblichen Heftbesprechung (meine Kritik am aktuellen Heft, das ich am Vorabend mit ins Hotel genommen habe) ausführlich über die Rechtschreibfrage berichtet. Aust ist aus irgendwelchen Gründen entschlossen, den SPIEGEL nicht gleich ganz rückumzustellen, sondern stufenweise, bis nur noch das ss übrig bleibt. Allerdings erregt Dreifach-s seinen Abscheu (Missstand). Der Riß (nur bezüglich der Strategie, während die Reformablehnung einhellig ist) geht durch die Redaktion, es seien aber auch Rücksichten zu nehmen (wohl G + J). Vielen Redakteuren leuchtet Heyse ein. Aust will aber auf jeden Fall den Empfehlungen des Rates folgen und nicht den Kultusministern, falls sie wieder davon abgehen. Er hat lange mit Döpfner gesprochen, es hat eine kleine Kommission gegeben (mit Lohfeldt, Döpfner, Unterstöger ...).
Seine Strategie beschreibt Aust etwa so: Solange der SPIEGEL mit weiterem Rückbau drohe, habe er noch einen Hebel gegen die Kultusminister in der Hand, dagegen sei er bei einer vollständigen Rückkehr aus dem Spiel ausgeschieden. (Ich habe dagegen die Hoffnung vertreten, wenn der SPIEGEl ohne Wenn und Aber zurückkehrt, stärkt er unsere Position im Rat so sehr, daß die ganze Reform zusammenbricht. Das scheint aber zu ungewiß bzw. nicht vereinbar mit der anderweitig begründeten Beschlußlage.)
Das ist die Lage, sie ist im Augenblick nicht zu ändern, aber insgesamt auch nicht schlecht. Zum SPIEGEL-Titel „Hatte Freud doch recht?“ (auf den Aust mich gleich zur Begrüßung ansprach), hatte es eine eigene Redaktionsbesprechung gegeben. (Auf dem nächsten Titel prangte rauh mit h!) Der SPIEGEL distanziert sich also durchaus von noch verbindlichen Reformregeln, bleibt nicht innerhalb der zulässigen Varianten.

Gesamteindruck: Sehr freundlicher Empfang, große Aufgeschlossenheit für unsere kritische Position, im Hintergrund allerdings sachfremde Bindungen, an denen im Augenblick nicht zu rütteln ist. Die „Normale deutsche Rechtschreibung“ ist mehrfach vorhanden, Aust ließ sich sein Exemplar beim Mittagessen von mir signieren.

Aust will auch mal was über die Schulbuchverlage bringen (nicht nur wegen RSR, auch Schulbuchzulassung), das Thema hat ihn gleich fasziniert.

Im nächsten SPIEGEL Bericht von Christoph Schmitz über die Münchner Ratssitzung.


Vgl. auch http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=924



Theodor Ickler zu »Lemminge«
Dieser Kommentar wurde am 17.10.2019 um 05.11 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=152#22955

Bernd Lucke wird in Hamburg gehindert, seine Vorlesung zu halten. Mein Kommentar bleibt derselbe.

Universitätsleitungen sind nicht bereit, ihre Professoren zu schützen.

Wer davon profitiert, ist nicht zweifelhaft.


Theodor Ickler zu »Synonymie«
Dieser Kommentar wurde am 17.10.2019 um 04.34 Uhr verfaßt.

Fremdwörter übernehmen die Konstruktion ihrer deutschen Synonyme:

daß Laut und Schrift voneinander autonom sind (unabhängig)

Nostalgie nach etwas (Sehnsucht)

Skepsis an etwas (Zweifel)


Man hat jedesmal den Eindruck, daß das Fremdwort nicht mehr richtig verstanden ist.



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