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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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kratzbaum zu »Delirium«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2017 um 12.42 Uhr verfaßt.

Man könnte auch vom bloßen Spielen mit dem Material sprechen: hier mit sprachlichem, in der modernen Musik z.B. mit klanglichem oder auch nur akustischem. - Heutzutage ist es eigentlich nur noch die theologische Sprache (nicht die religiöse der Gläubigen,die einem Ausrucksbedürfnis dient),die so um sich selbst kreist. Es sind eben geschlossene Welten.


Theodor Ickler zu »Delirium«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2017 um 09.50 Uhr verfaßt.

Ich glaube, Uwe Pörksen war es, der vor vielen Jahren den Begriff des Selbstimponierens geprägt hat. Beobachtet worden ist es natürlich schon viel früher. Wer viel schreibt, kennt die Versuchung, etwas stehen zu lassen, weil es so toll klingt. Vgl. http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1346#26141


kratzbaum zu »Delirium«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2017 um 09.26 Uhr verfaßt.

Die unangebachte Ehrfurcht vor solchem gequirlten Quark (hier stand erst das Wort mit K.)verschwindet sofort, wenn man sich, wie auch vor sog. moderner Kunst, sagt: "Das könnte ich auch." - Der besagte Elektriker würde vielleicht 112 anrufen... oder eine Arbeitsstunde zusätzlich auf die Rechnung setzen.


kratzbaum zu »Delirium«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2017 um 09.14 Uhr verfaßt.

Nicht gering veranschlagen sollte man den Wunsch, Eindruck zu machen. Vielleicht ist das sogar das Hauptmotiv. Der Verfasser will eigentlich keine Kenntnisse, nicht einmal Erkenntnisse vermitteln, sondern versteigt sich so hoch, daß ihm keiner mehr folgen kann - und wohl auch nicht soll. - Ich stelle mir vor, ein Elektriker kommt zu mir wegen einer Reparatur ins Haus und ich lese ihm Hegels Erguß vor... Wie reagiert der brave Mann?


Theodor Ickler zu »Besser abschreiben!«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2017 um 09.04 Uhr verfaßt.

Ja, wenn man darunter die Übernahme eines Fremdtextes ohne Quellenangabe versteht. Aber es gibt sicher Grenzfälle. Einerseits eben, wenn ich einem anderen meinen Text überlasse, damit er ihn als seinen eigenen ausgibt (vielleicht gegen Bezahlung, wie bei den toxikologischen Gutachten), etwa weil er in besserem Ansehen steht ("unabhängiger Gutachter") als ich. Andererseits solche Fälle: Ich flechte vielleicht ein: "Sprich, damit ich dich sehe!", was ja ungemein geistreich wirkt, bis ein Spielverderber mir nachweist, daß ich Platon plagiiert habe.


R. M. zu »Besser abschreiben!«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2017 um 08.49 Uhr verfaßt.

Richtig, Urheberrechtsverletzungen sind ja im allgemeinen Antragsdelikte. Wer das Plagiat billigend in Kauf nimmt, ändert damit aber nicht den Charakter des Plagiats als solchen.


Theodor Ickler zu »Delirium«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2017 um 08.48 Uhr verfaßt.

Das Irritierende ist, daß es außer diesen sprichwörtlichen Beispielen auch heute unendlich viele Texte gibt, die auf jenes Kind aus dem Märchen warten: "Aber er hat ja gar nichts an!"
Darum diese Rubrik.


kratzbaum zu »Delirium«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2017 um 08.23 Uhr verfaßt.

Auch über die Elektrizität schreibt Hegel wunderbare Poesie. Als was kann man heutzutage diese Texte noch lesen? Wissenschaft ist es nicht. Aber eigentlich irre ist es auch nicht, ja keine entstellte oder falsch gedeutete Wirklichkeit darin enthalten ist.


kratzbaum zu »Delirium«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2017 um 08.15 Uhr verfaßt.

"FCB bangt um Müller-Verletzung" (Blickpunkt)

"FCB bangt um Einsatz von Thomas Müller ...."

(Abendzeitung)



Theodor Ickler zu »Delirium«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2017 um 05.58 Uhr verfaßt.

Nachdem Hegel in der "Enzyklopädie" das Fallgesetz "aus dem Begriff der Sache" bewiesen hat, fährt er fort:

§ 268
Der Fall ist das nur abstrakte Setzen eines Zentrums, in dessen Einheit der Unterschied der partikularen Massen und Körper sich als aufgehoben setzt; Masse, Gewicht hat daher in der Größe dieser Bewegung keine Bedeutung. Aber das einfache Fürsichsein des Zentrums ist als diese negative Beziehung auf sich selbst wesentlich Repulsion seiner selbst; – formelle Repulsion in die vielen ruhenden Zentra (Sterne); – lebendige Repulsion, als Bestimmung derselben nach den Momenten des Begriffs und wesentliche Beziehung dieser hiernach unterschieden gesetzten Zentra aufeinander. Diese Beziehung ist der Widerspruch ihres selbständigen Fürsichseins und ihres in dem Begriffe Zusammengeschlossenseins; die Erscheinung dieses Widerspruches ihrer Realität und ihrer Identität ist die Bewegung, und zwar die absolut freie Bewegung.



Theodor Ickler zu »Redensarten«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2017 um 05.31 Uhr verfaßt.

Dass die Gunst des Automobils in der Öffentlichkeit sinkt... (FAS 22.10.17)

= Daß das Automobil in der Gunst der Öffentlichkeit sinkt...

Offenbar Vermischung mit Ansehen, weil das Wort Gunst nicht mehr richtig verstanden wird. Es kommt hauptsächlich in wenigen festen Verbindungen vor. Der Duden kennzeichnet einige Verwendungen als "gehoben" oder "veraltend", ab nur knapp und nicht sehr klar. Die Schreibweisen zugunsten/zuungunsten usw. haben wir schon diskutiert. Bemerkenswert ist das Fehlen des Umlauts, der eigentlich zu erwarten wäre, vgl. günstig. Weiteres im Deutschen Wörterbuch.



Theodor Ickler zu »Besser abschreiben!«
Dieser Kommentar wurde am 22.10.2017 um 04.22 Uhr verfaßt.

Vielleicht liegt es daran, ob man die Übernahme rein philologisch definiert oder die Urheberrechtsverletzung einbezieht. Wenn ein Schüler einen anderen abschreiben läßt, kann man das Plagiat nennen oder auch nicht.

Das "geistige Eigentum" ist bekanntlich noch kein sehr alter Begriff, und in älteren und ferneren Kulturen fand man nichts dabei, Texte zu übernehmen und auf diese Weise anzuhäufen. Eine Nische, in der das heute noch ohne Unrechtsbewußtsein gemacht wird, sind Predigten, überhaupt Andachtsvorlagen. Ich habe gelegentlich das Wandern theologischer Sätze nachverfolgt. Hier hatte ich schon mal Walter Künneth zitiert:

Wer sich im Glauben dem offenbaren Gott aufgeschlossen hat, der ist in eine ewige Lebensbewegung hineingenommen, die mit dem Tod nicht endet, sondern ihre Erfüllung findet.

Das steht wörtlich und ohne Kennzeichnung auch hier
http://kath-zdw.ch/maria/gute.seele.html

Man könnte sagen: Wo es um das Seelenheil geht, sind Quellenangaben pedantisch.




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