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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Sehen und Sprechen«
Dieser Kommentar wurde am 21.10.2021 um 09.43 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1541#45869 usw.

Soll man es eine Sinnestäuschung nennen, wenn man den Geschmack im Mund und die Tastempfindung in der Stockspitze zu erleben glaubt?

Beides ist dort, wo es hingehört: Im Mund steuert es unsere Nahrungsaufnahme, in der Stockspitze unsere Interaktion mit dem getasteten Gegenstand usw.

Es wäre kontraproduktiv, die Nase mit wohlschmeckenden (= wohlriechenden) Speisen vollzustopfen, und Finger, Hand und Arm haben ja nun tatsächlich keine Berührung mit dem Gegenstand: zu steuern ist die Stockspitze.

Ähnlich ist die Größenkonstanz eine nützliche Illusion, die allerdings bei der Mondillusion tatsächlich zu einer Täuschung führt und sich dadurch erst verrät.


Theodor Ickler zu »Dreck zu Geld«
Dieser Kommentar wurde am 20.10.2021 um 05.53 Uhr verfaßt.

In der fragmentarischen Kurzbiographie von Horst Fröhler heißt es immer noch:

Als einziger österreichischer Sachverständiger im Rahmen des Prozesses um die Rechtschreibreform am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe tätig. (https://www.froehler.at/)

In den Akten taucht er nicht auf, seine Rolle bleibt unklar. Ich habe ihn allerdings seinerzeit in Karlsruhe auf der Straße getroffen. Angesichts der vielen anderen Unklarheiten ist das untergegangen und war wohl auch nicht wichtig.


zu »Behutsam (zunächst!)«
Dieser Kommentar wurde am 20.10.2021 um 05.34 Uhr verfaßt.




Theodor Ickler zu »Delirium«
Dieser Kommentar wurde am 20.10.2021 um 04.59 Uhr verfaßt.

„In welcher Weise können physikalische Prozesse überhaupt Bewußtseinszustände hervorbringen? Das aber läßt sich derzeit nicht beantworten. Wir haben nicht einmal den Schimmer einer Idee, wie eine Antwort aussehen könnte.“ (Rainer Mausfeld: „Über Ziele und Grenzen einer naturwissenschaftlichen Zugangsweise zur Erforschung des Geistes“. In: Adrian Holderegger et al. (Hg.): Hirnforschung und Menschenbild. Basel 2007:21-40, S. 22f.)

Natürlich nicht! Daran wird sich auch nichts ändern, die Unerklärbarkeit ist bereits hineinkonstruiert.
Daß wir etwas vollständig und endgültig wissen, ohne daß die Revision oder Erweiterung auch nur denkbar wäre („nicht einmal theoretisch möglich ist“), sollte stutzig machen. Wo sonst gibt es denn so etwas? Die Brentano-Nachfolger versichern uns nur, das sei eben das Einzigartige an den „psychischen Phänomenen“. Brentano definiert diese vermeintlichen psychischen Phänomene ausdrücklich so, daß sie nicht an physische anschließbar sind. Wir sagen: Konstrukte können nicht mit den Sachverhalten interagieren, zu deren Erklärung sie erfunden worden sind.


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 20.10.2021 um 04.15 Uhr verfaßt.

Roland Tichy und seine Mannen trauern Julian Reichelt (BILD) nach – ein erhellender Rückblick auf die schöne Harmonie dieser Medien.


Theodor Ickler zu »Delirium«
Dieser Kommentar wurde am 20.10.2021 um 03.59 Uhr verfaßt.

Zur "Phänomenologie", besonders zu Husserls "Krisis"-Schrift:

Wir haben es hier mit nicht weniger zu tun als mit der Stiftung der Philosophie als einer Gesamt-, Grund- und Zielwissenschaft, die sich mit dem Ganzen der Erfahrung, mit Grundbegriffen und Grundsätzen und mit letzten Zielen beschäftigt. (Bernhard Waldenfels: „Zwischen Fundamentalismus und Funktionalismus. Phänomenologie im kritischen Austausch mit den Human- und Sozialwissenschaften.“ In: Helmut Vetter, hg.: Krise der Wissenschaften – Wissenschaft der Krise? Reihe der Österreichischen Gesellschaft für Phänomenologie. Bd. 1, Wien 2005:56-67, S. 59)

Tiefer, noch tiefer... Da kann man nur noch lallen (das Was, das Wozu, das Wie, das Als-was... ebd.) Vgl. http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1540#31377.)

Die Fremdwörter (Epoché, Noema...) gehören zur Theorie des Phänomenologen, die lallende Rede zur Rekonstruktion seines Objekts, des einfach in-der-Welt-seienden Menschen, vorzugsweise des Schwarzwaldbauern.


Wolfram Metz zu »Synonymie«
Dieser Kommentar wurde am 19.10.2021 um 22.22 Uhr verfaßt.

Oder so.


Stephan Fleischhauer zu »Synonymie«
Dieser Kommentar wurde am 19.10.2021 um 22.09 Uhr verfaßt.

Oder "Ich werde niemals aufhören, Soldat zu sein"?


Wolfram Metz zu »Synonymie«
Dieser Kommentar wurde am 19.10.2021 um 19.11 Uhr verfaßt.

Ich weiß nicht, was der Anlaß für den Vergleich zwischen »stets« und »immer« war, aber ich bin gestern beim Hören der Tagesschau über einen Satz im Beitrag über den Tod von Colin Powell gestolpert: »Ich werde stets nichts anderes sein als ein Soldat.« Das war die Übersetzung der Korrespondentin. Im Original lautete der Satz: »I will never not be a soldier.« Mit der wörtlichen Übersetzung war sie wohl nicht so glücklich, und so hat sie vermutlich ziemlich lang an der deutschen Formulierung herumgeschraubt. Mit unbefriedigendem Ergebnis, wie ich finde. Zwar hätte ich »immer« statt »stets« hier als etwas weniger störend, weil nicht so gestelzt empfunden, aber das Problem liegt woanders, nämlich in der Verschiebung der Aussage. »never not be X« und »stets nichts anders sein als X« bedeuten nicht das gleiche. Powell wollte doch nicht sagen, daß er Soldat und nur Soldat sei, sondern daß das Soldatsein, neben vielem anderen, immer ein Teil von ihm sein werde. Man hätte etwa übersetzen können: »Ich werde immer auch Soldat sein«, »Ich werde immer Soldat bleiben«. Der unbestimmte Artikel kommt mir übrigens recht englisch vor, ich würde ihn in vielen Fällen eher weglassen.


Erich Virch zu »Synonymie«
Dieser Kommentar wurde am 19.10.2021 um 17.29 Uhr verfaßt.

Vielleicht liegt es daran, daß "stets" noch eine gewisse Nähe zu "beständig" aufweist. Wer stets zur Stelle ist, steht allzeit bereit. "Das macht er immer" weist eher auf einen Wiederholungstäter hin. Es ist auch ein Unterschied, ob jemand immer noch betrunken oder stets noch betrunken ist, wenn er morgens im Büro erscheint.


Theodor Ickler zu »Synonymie«
Dieser Kommentar wurde am 19.10.2021 um 15.52 Uhr verfaßt.

Man könnte meinen, daß immer und stets ziemlich gleichbedeutend sind, letzteres ein wenig gehoben. Beim Gebrauch zeigt sich jedoch eine enorme Asymmetrie:

immer willkommen, stets willkommen (beide häufig)
nicht immer willkommen, aber: *nicht stets willkommen (extrem selten)

Man kann den Test auch mit erwünscht machen, mit ähnlichem Ergebnis. Der Grund ist mir unbekannt.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 19.10.2021 um 15.40 Uhr verfaßt.

Ja, es ist alles ziemlich verrückt, und die Experten verstehen die Welt auch nicht mehr. Übrigens:

Die Deutschen sind so reich wie nie (SZ 15.10.21)


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