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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Kognitivismus«
Dieser Kommentar wurde am 24.05.2019 um 18.20 Uhr verfaßt.

Cognitive science ist zwar weit verbreitet, aber eigentlich falsch, denn eine kognitive Wissenschaft kann immer noch von allem möglichen handeln. Gemeint ist aber zweifellos die Wissenschaft von der Kognition.


Theodor Ickler zu »Abfall für alle«
Dieser Kommentar wurde am 24.05.2019 um 17.15 Uhr verfaßt.

Es freut mich ja, daß Sie die behavioristische Sicht als völlig natürlich ansehen, aber begrifflich liegen eben doch Welten zwischen dieser und der "wunderbaren" Auffassung des Zeichens.

Ein einschlägiges Skinner-Zitat habe ich schon dreimal gebracht, verweise nur noch einmal kurz darauf:

„Meaning or content is not a current property of a speaker´s behavior. It is a surrogate of the history of reinforcement which has led to the occurrence of that behavior, and that history is physical.“

http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1584 (dort der größere Zusammenhang)

und

http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1341#18483

Entsprechend geht die Erforschung der Bedeutung ganz verschiedene Wege.


Manfred Riemer zu »Abfall für alle«
Dieser Kommentar wurde am 24.05.2019 um 17.03 Uhr verfaßt.

Dann hätten wir also zum Zeichen
1. den Zeichenkörper
2. die Geschichte seiner Semantisierung.
Sind das nicht auch zwei Seiten, bilateral?

Was sollte die "geheimnisvolle" Bedeutung schon anderes sein als die Semantisierungsgeschichte? Sind das nicht auch nur zwei Ausdrücke für das gleiche Ding?


Theodor Ickler zu »Wanzen«
Dieser Kommentar wurde am 24.05.2019 um 16.28 Uhr verfaßt.

Wir müssen unbedingt vernetzter leben. Es wird angestrebt, daß in jeden Haushalt mehrere Dutzend intelligente Geräte vorhanden sind. Natürlich öffnen sich damit ebenso viele Einfallstore für Cyberkriminalität, gegen die man dann wieder usw. (bringt alles Geld).
Zum Beispiel kann man mit Hilfe einer intelligenten Türklingel und der entsprechenden App feststellen, wer an der Tür ist. Ich kenne aus der Steinzeit einfachere Methoden mit demselben Effekt, die nicht erst Daten ins Weltall und nach Amerika schicken.

Es erinnert an die wunderbare Software, mit der arme Negerkinder lernen können, wie das Ding heißt, das jedem von ihnen mitten im Gesicht steckt und das sie bisher gar nicht wahrgenommen haben. Das deutsche Gegenstück wird jetzt vom Bund mit einigen Milliarden gefördert. Mit dem Ergebnis müssen aber dann die Länder fertig werden.


Theodor Ickler zu »Suchmaschinenrätsel«
Dieser Kommentar wurde am 24.05.2019 um 16.10 Uhr verfaßt.

Wieso scheint niemand zu wissen, wie der junge Herr "Rezo" wirklich heißt? Millionen sehen sein Gesicht, darunter müssen doch Dutzende sein, die ihn kennen, neben ihm wohnen usw.

Im Wikipedia-Eintrag sind schon die heutigen Zeitungskommentare eingearbeitet; das ist ebenso neuartig wie das Hochpuschen dieser Belanglosigkeit zur Staatsaffäre.


Theodor Ickler zu »Abfall für alle«
Dieser Kommentar wurde am 24.05.2019 um 16.04 Uhr verfaßt.

Homonymie und Synonymie (im üblichen Sinne, nicht in meinem) sind die beiden bekannten Anomalien, also die Ausnahmen, die die Regel bestätigen.

Wenn ich das bilaterale Zeichenmodell kritisiere, dann nicht deshalb, weil ich bestritte, daß Zeichen Bedeutung haben oder etwas bedeuten. Ich spreche mich nur für einer weniger mystische, rationalere Modellbildung aus (wie anderswo dargelegt: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1584). An die Stelle der geheimnisvollen (geistigen?) Rückseite des Zeichens tritt die Geschichte seiner Semantisierung, damit wird der Sachverhalt empirisch erforschbar, während über die "Bedeutung" Philosophen seit Jahrtausenden unergründlich spekuliert haben und sich bis heute nicht einigen konnten; es bleibt „eines der tiefsten Probleme der gegenwärtigen Philosophie“ und ein "Wunder" (Hans Lenk).


Manfred Riemer zu »Abfall für alle«
Dieser Kommentar wurde am 24.05.2019 um 12.15 Uhr verfaßt.

Man muß beim bilateralen Modell genau sagen, was man mit zwei gleichen oder verschiedenen Zeichen meint.

Sind sie nur dann gleich, wenn sie sowohl im Zeichenkörper (Form) als auch in der Bedeutung übereinstimmen, oder spricht man ggf. von gleichen Zeichen(körpern) mit unterschiedlicher Bedeutung, oder von gleichen Zeichen(bedeutungen) mit unterschiedlichem Zeichenkörper?

Zumindest in meiner Zusammenfassung (letzter Beitrag) habe ich es genau formuliert.


Manfred Riemer zu »Abfall für alle«
Dieser Kommentar wurde am 24.05.2019 um 11.00 Uhr verfaßt.

#22004:
H. Weinrich: "Ein Zeichen muß vor allen Dingen von anderen Zeichen verschieden sein."
T. Ickler: "Verschiedenheit ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für Zeichen."

Nehmen wir das Verkehrszeichen "Parkverbot". Früher war es einmal ein einfach rot durchgestrichenes weißes P auf blauem Grund, heute ist es nur ein einfach rot durchgestrichener blauer Grund. (Unterschied zum Halteverbot: kreuzweise durchgestrichen)

Noch lange Zeit, nachdem das neue Zeichen eingeführt worden war, konnte man auch das alte Zeichen noch sehen. Es existieren also durchaus unterschiedliche Zeichen mit gleicher Bedeutung. Was ist dabei? Nach meinem Verständnis ist Verschiedenheit nicht notwendig für die Zeichenform.

Was allerdings m. E. unbedingt verschieden sein muß, zumindest im gleichen Themenbereich (Domäne oder wie man das auch nennen will), ist die Bedeutung. Ein und dasselbe Zeichen kann nicht sowohl Parken erlaubt als auch verboten bedeuten.
Wo es nicht mit Verkehrszeichen verwechselt werden kann, könnte jedoch ein Zeichen auch eine andere Bedeutung haben, aber das würde ich dann nicht mehr als das gleiche Zeichen, sondern sowieso als ein anderes betrachten.

Zusammengefaßt:
Gleiche Zeichenform impliziert gleiche Bedeutung, aber auf ein und dieselbe Bedeutung können zwei unterschiedliche Zeichenformen verweisen.

Kann man denn nicht die genannten trivialen Fehler früherer Wissenschaftler korrigieren, ohne gleich das ganze bilaterale Modell zu verwerfen?

–––––––––––––––

zu #41546:
"Die Wörter werden nicht aus Phonemen aufgebaut, sondern lassen sich auf Phoneme abbilden"

Zugegeben, ich bin nur Laie, aber ich hoffe, ich rede nicht nur dummes Zeug. Wenn doch, schonen Sie mich bitte nicht. Dieser Satz hier klingt mir gar zu gelehrt. Was ist der Unterschied? Sind das nicht einfach nur zwei verschiedene Redeweisen für die gleiche Sache, je nach der Perspektive, die man einnimmt?


Theodor Ickler zu »Heilige Texte«
Dieser Kommentar wurde am 24.05.2019 um 07.49 Uhr verfaßt.

Nachdem Kramp-Karrenbauer die sieben ägyptischen Plagen erwähnt hatte, gab jemand das Signal „Jetzt lachen!“, und alle wieherten los, als hätten sie gewußt, daß in der Bibel zehn Plagen erwähnt sind. Dabei kann fast niemand auch nur die Zehn Gebote aufsagen (sogar ein großer Teil der Pfarrer kann es nicht). Die meisten Christen wissen nachweislich nicht, daß das AT kurz hintereinander zwei völlig verschiedene Schöpfungsberichte gibt. Usw. (Gut dazu: Kenneth Davis: Don´t know much about the Bible. Auch auf deutsch.)


Theodor Ickler zu »Jede und jeder«
Dieser Kommentar wurde am 24.05.2019 um 05.50 Uhr verfaßt.

Die Biologie an der Uni Basel ist heute immer noch schwergewichtig auf die
Molekularbiologie und das Biozentrum ausgerichtet. Doch seit drei Jahren gibt es ein
interdisziplinäres Biologie-Curriculum, das allen Biologiestudierenden eine breite Ausbildung
ermöglicht: Angehende Molekularbiologinnen sollen nebst Genen auch ganze Organismen
und Ökosysteme kennen lernen; angehende Zoologen die Grundlagen der Molekularbiologie
rudimentär beherrschen.
(http://www.blauen-institut.ch/s2_blue/tx_blu/tp/tpf/f_portmann.pdf)

Diese schwankende Ausdrucksweise widerspricht der beibehaltenen Genus- bzw. Sexusunterscheidung und dürfte kein Dauerzustand sein. Die diensteifrige Verfasserin (hier wirklich eine Frau) muß sich zwingen, so unnatürlich zu verfahren.

Der Beitrag gilt dem Andenken Adolf Portmanns. Nach dem Krieg wurde dieser Biologe noch viel gelesen; ich erinnere mich eines Rowohlt-Taschenbuchs. Das Fromme, Antimaterialistische, "Gestalthafte" war gefragt; auch Karl Jaspers und Karl Barth waren damals in Basel. Portmann wurde durch die Molekularbiologie buchstäblich an den Rand gedrängt. Seine Lehre von einer nicht-adaptionistischen Selbstdarstellung der Lebewesen gilt heute als Mystifikation.
Wir bewundern das Prachtkleid der Schmetterlinge. Neuerdings weiß man, daß etwa der farbige Rand zur Auflösung der Kontur beiträgt, das Prachtvolle macht also für Freßfeinde gerade unsichtbar.


Theodor Ickler zu »Abfall für alle«
Dieser Kommentar wurde am 24.05.2019 um 05.03 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1044#40974

Die Äußerungen des zweijährigen Kindes sind noch verwaschen, nicht auf das Phonemsystem der Erwachsenen abbildbar, folgen aber auch keinem erkennbaren eigenen System. (Schwierige Wörter wie Milch klingen nichttranskribierbar wie Vogelzwitschern.) Ihre Stilisierung schreitet fort, bis das Phonemsystem genügt, um alle Wörter voneinander zu unterscheiden. Ich beobachte keinen Bruch im Sinne Jakobsons mit phonematischem Neuanfang. Die Wörter werden nicht aus Phonemen aufgebaut, sondern lassen sich auf Phoneme abbilden, die man von außen an sie heranträgt wie einen Raster an eine Abbildung: um sie zu erfassen bzw. zu simulieren, nicht um sie zu erzeugen.


Theodor Ickler zu »Die Tyrannei des Vermeintlichen«
Dieser Kommentar wurde am 24.05.2019 um 04.43 Uhr verfaßt.

Das "Mohrenfest" in Eisenberg (Thüringen) samt Wappen und Brunnen ist nicht zu halten. Die kleine Truppe der Guten sitzt zur Zeit am längeren Hebel, dagegen helfen keine Argumente. Der Sieg wird allerdings vergiftet sein; aber das macht nichts, dann kann man wieder gegen etwas kämpfen und sich wichtig machen.

(https://www.mdr.de/thueringen/ost-thueringen/saale-holzland/weiter-kritik-mohrenfest-eisenberg-100.html)


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